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Web-Administratoren (auch Webadministrator/innen) sind für die technische Infrastruktur hinter den Internetauftritten verantwortlich. Ihre Kernaufgabe ist, die Leistungsfähigkeit, die Erreichbarkeit und die Sicherheit von Websites und Webanwendungen zu garantieren und die Webserver bzw. Serverlandschaften in ihrer Verantwortung an die wachsenden Anforderungen anzupassen.
Web Administrator ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Damit kann der Begriff von jeder Person legal als Berufsbezeichnung geführt werden und kommt z.B. auch häufig in Stellenanzeigen vor.
Wer den Begriff jedoch im Berufsleben (etwa bei Bewerbungen oder Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne über eine entsprechende Qualifikation zu verfügen, verstößt u.U. gegen bestimmte Gesetze, in Deutschland z.B. gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) im Sinne einer irreführenden Werbung. Unter bestimmten Umständen kann die Verwendung der Berufsbezeichnung „Web Administrator“ auch den Straftatbestand des Betrugs (in Deutschland gem. § 263 StGB) erfüllen, z.B. in Form von Anstellungsbetrug.
In Deutschland war der „Web Administrator“ eines von 29 „Spezialisten-Profilen“, die in der IT-Fortbildungsverordnung des Bundes von 2002 geregelt waren. Mit der letzten Überarbeitung 2010 wurde der Web-Administrator gestrichen und ist im weiter gefassten Profil des „IT-Administrators“ aufgegangen[1] .
Im allgemeinen Gebrauch des Begriffes Web Administrator herrscht erheblicher Wildwuchs. Während die meisten Stellenausschreibungen die Verantwortung für Webserver als die Kernaufgabe eines Web Administrators ansehen, wird der Begriff mitunter (namentlich in den Stellenangeboten der Agentur für Arbeit) für alle möglichen Tätigkeiten verwendet, die im Zusammenhang mit Web-Auftritten stehen, u.a. Konzeption, Programmierung, Design und sogar Marketing und Suchmaschinenoptimierung für Webseiten.
Im englischen, teilweise auch im deutschen Sprachraum wird „Web Administrator“ häufig synonym zu „Webmaster“ verwendet; englischsprachige Stellenanzeigen unterscheiden gelegentlich zwischen dem „Web Content Administrator“ und dem „Web Hosting Administrator“.
Im deutschen Sprachraum werden weibliche Administratoren als „Administratorin“ bezeichnet. Wir beschränken uns im Folgenden auf die männliche Form, meinen aber selbstredend immer beide Geschlechter.
Web Administratoren arbeiten in Unternehmen aller Branchen, in der öffentlichen Verwaltung, in Verbänden und Organisationen, soweit diese ihre Webserver selbst einrichten und verwalten. Sie sind aber auch in spezialisierten IT-Unternehmen tätig, die Webhosting-Dienste anbieten, und arbeiten dort in großen Rechenzentren oder auch vor Ort bei den jeweiligen Kunden.
Freiberufler gibt es ebenfalls, sie bieten aber in der Regel weitere IT-Dienstleistungen an, oft sogar vorrangig. Am häufigsten ist dies Netzwerk-Administration, teilweise auch Webdesign oder Web-Programmierung.
Kerntätigkeit eines Webadministratoren ist das Konfigurieren, Pflegen und Überwachen von Web- und häufig auch Applikationsservern.
Stellenbeschreibungen nennen oft folgende Tätigkeiten:
Personen, die eine Tätigkeit als Web Administrator anstreben, sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:
Hochschulreife, Fachhochschulreife oder mittlerer Bildungsabschluss.
Interessenten sollten über gute Englisch-Grundkenntnisse verfügen und einfache bis mittelschwere englische Texte aus dem technischen Umfeld verstehen und auch selbst formulieren können (z.B., um sich in Foren Unterstützung zu holen).
Verständnis für technische Abläufe und Zusammenhänge, überdurchschnittliches Abstraktionsvermögen, Bereitschaft, sich permanent weiterzubilden.
Webmaster sind „Website-Architekten“ und somit die Generalisten unter den Web-Workern; sie sind klassischerweise Berater, Koordinatoren und Projektleiter. Von der Konzeption über die grafische Umsetzung und die Programmierung bis hin zum Einrichten des Webservers begleiten Webmaster den kompletten Entstehungsprozess eines Internet-Auftritts.
Schwerpunkt der Arbeit von Netzwerk- oder Systemadministratoren sind lokale Netzwerke (LAN). Netzwerk-Administratoren sind in der Regel auch für die Hardware zuständig (Arbeitsplatzrechner, Router, Switches, Leitungen), oft auch für die Peripherie (Drucker, Telefonie etc.). Sie müssen Netze erweitern und planen können.
In kleineren Unternehmen gibt es nicht selten nur einen Administrator, der sich um die Webserver ebenso kümmert wie um die Applikationsserver und das Netzwerk.
Von allen Ausbildungsberufen in Deutschland bereitet der Fachinformatiker Systemintegration am ehesten auf eine Tätigkeit als Web Administrator vor. Auszubildende in diesem Beruf lernen, Server und Anwendungssysteme zu beschaffen, in Betrieb zu nehmen und zu warten sowie Netze zu planen und Anwender einzuweisen. Web-spezifische Kenntnisse werden in der Ausbildung allerdings nicht notwendigerweise in der erforderlichen Tiefe vermittelt.
„IT-Administrator“ ist eines von 14 Spezialistenprofilen innerhalb des IT-Weiterbildungssystems, in Deutschland geregelt durch eine Bundesverordnung (s. S. 1). IT-Administratoren konfigurieren, betreiben, pflegen und warten IT-Systeme oder Netze, die nicht näher spezifiziert werden. Web-Administratoren können sich in diesem Profil zertifizieren lassen, umgekehrt hat aber ein IT-Administrator nicht notwendigerweise vertiefte webspezifische Kenntnisse.
Wie in allen IT-Berufen gibt es unter den Web-Administratoren eine große Zahl an Quereinsteigern, die ihr Know-how durch Learning by Doing erworben haben. Für diese Personengruppe kann ein Qualifikationsnachweis in Form einer Zertifizierung v.a. bei einem Stellenwechsel sehr hilfreich sein.
Es gibt eine Reihe von Hersteller-spezifischen Weiterbildungen (z.B. Cisco- oder Linux-Zertifizierungen) sowie auch herstellerunabhängige Zertifizierungen, z.B. durch das Linux Professional Institute (LPI) und durch die Verbände CompTIA und Webmasters Europe e.V.
Webmasters Europe bietet die Qualifizierung zum Web Administrator im Rahmen des Webmaster-Studienganges an, der berufsqualifizierende Kompetenzen in Theorie und Praxis vermittelt. Abschluss: Webmaster Diploma. Der Studiengang wird in Präsenzform und als Fernstudium angeboten, auch in modularer Form. Außerdem bietet Webmasters Europe die Zertifizierung WE Certified Web Administrator an, mit der Web-Administratoren ihre fachspezifische Kompetenz nachweisen können.
[1] http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/it-fortbv/gesamt.pdf
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