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Der Beruf des Webdesigners / der Webdesignerin entwickelte sich in den 1990er Jahren mit den wachsenden Möglichkeiten, das Erscheinungsbild einer Webseite exakt zu beeinflussen, was vor allem auf neue Technologien bzw. Standards wie Cascading Style Sheets (CSS) und Flash zurückzuführen war.
Mit der Kommerzialisierung des World Wide Web setzte sich die Erkenntnis durch, dass das »Look and Feel« einer Website die Akzeptanz durch den Besucher und damit auch den Erfolg einer Website oder E-Commerce-Anwendung entscheidend beeinflusst.
Die Erstellung solcher ästhetisch ansprechenden und intuitiven Bedienoberflächen für Webappikationen erfordert sowohl technisches Know-how als auch künstlerische Kreativität. Dies bildet die Basis für das spezialisierte Berufsbild des Webdesigners.
Webdesigner ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Damit kann der Begriff von jeder Person legal als Berufsbezeichnung geführt werden und kommt z.B. auch häufig in Stellenanzeigen vor.
Wer den Begriff jedoch im Berufsleben (z.B. bei Bewerbungen oder Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne über eine entsprechende Qualifikation zu verfügen, verstößt u.U. gegen bestimmte Gesetze, in Deutschland z.B. gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) im Sinne einer irreführenden Werbung. Unter bestimmten Umständen kann die Verwendung der Berufsbezeichnung Webdesigner auch den Straftatbestand des Betrugs (in Deutschland gem. § 263 StGB) erfüllen, z.B. in Form von Anstellungsbetrug.
Webdesigner beschäftigen sich mit der Konzeption, grafischen Gestaltung und Benutzerführung von Websites und Interfaces für Webanwendungen sowie der Umsetzung von Corporate Design und Corporate Identity im Web. Sie verfügen über eine umfassende Ausbildung im gestalterischen Bereich. Ihre Arbeit hat meist auch einen künstlerischen Aspekt.
Die Bezeichnung Webdesigner ist international weit verbreitet und hat Eingang in den Sprachgebrauch vieler Nationen gefunden.
Webdesigner arbeiten als Angestellte, Selbstständige oder Freiberufler in oder für
Sie sind dabei meist Teil eines größeren Teams aus verschiedenen Fachexperten (Webmaster, Softwareentwickler, Netzwerkadministratoren).
Webdesigner haben nicht ausschließlich mit dem Internet zu tun, sondern arbeiten vor allem in größeren Organisationen oftmals auch für das Intranet, das der internen Kommunikation dient.
Ihre Kernaufgaben sind:
Das Fähigkeitenprofil des Webdesigners ist geprägt durch die Kombination aus künstlerisch-kreativen und technischen Komponenten. Webdesigner müssen über fachliche und methodische Kompetenzen in allen genannten Tätigkeitsfeldern verfügen. Um im Arbeitsleben zu bestehen, werden aber auch verschiedene »Soft Skills« benötigt:
Personen, die eine Ausbildung zum Webdesigner anstreben, sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:
Hochschulreife, Fachhochschulreife oder ein mittlerer Bildungsabschluss
Interessenten sollten über gute Englischkenntnisse verfügen und einfache bis mittelschwere englische Texte aus dem technischen Umfeld verstehen können.
Die Interessenten sollten mehrjährige Erfahrung mit PCs haben und sich mit mindestens einer grafischen Oberfläche (z.B. Microsoft Windows oder Mac OS X) auskennen. Dazu gehört auch der sichere Umgang mit Tastatur und Maus. Ebenso sollten sie mit Standardsoftware wie z.B. Textverarbeitung und Grafikprogrammen in grundlegenden Zügen vertraut sein.
Die Interessenten sollten das Internet bereits als Anwender kennen und die geläufigen Dienste (z.B. WWW, E-Mail) nutzen.
Die Interessenten sollten über ein hohes Maß an Kreativität und künstlerischem Talent verfügen, da die Erarbeitung einzigartiger, ästhetisch anspruchsvoller Web-Interfaces nicht nur ein technischer, sondern vor allem auch ein kreativer Prozess ist.
Verständnis für technische Abläufe sowie autodidaktische Veranlagung.
Die Ausbildung zum Mediengestalter (Deutschland) beinhaltet Grundkenntnisse im Bereich Webdesign, die ggf. vertieft und ergänzt werden können.
Private Institute und die Bildungszentren der Industrie- und Handwerkskammer (IHK) bieten in Deutschland seit 1998 die Aus- und Weiterbildung zum Webdesigner in Vollzeitkursen und berufsbegleitend an (z.T. auch als Primärausbildung). Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert in Vollzeit in der Regel zwischen 6 und 12 Monaten.
Aus- und Weiterbildungskurse zum Webdesigner werden auch im Fernunterrichtsmodell oder in berufsbegleitenden Abend- und Wochenendkursen angeboten und sind damit als Weiterbildung für berufstätige Erwachsene geeignet. Die Dauer liegt dann bei etwa 2 Jahren.
Einige Fachhochschulen und Universitäten haben mittlerweile Studiengänge eingerichtet, die einige der Kompetenzen des Webdesigners abdecken, z. B. Studiengänge mit den Bezeichnungen »Digitale Medien« oder »Medieninformatik«.
Webmasters Europe bietet die Qualifizierung zum Web Designer im Rahmen eines Diploma-Studienganges an, der berufsqualifizierende Kompetenzen in Theorie und Praxis vermittelt. Abschluss: Diploma in Web Design & Multimedia. Der Studiengang wird in Präsenzform und als Fernstudium angeboten, auch in modularer Form. Außerdem bietet Webmasters Europe die aus zwei Modulen/Prüfungen bestehende Zertifizierung WE Certified Web Designer an, mit der Web Designer ihre fachspezifische Kompetenz nachweisen können.
Webmaster verfügen über Grundkenntnisse im Bereich Webdesign, haben aber eine breiter angelegte Ausbildung mit zusätzlichem technischen Know-how im Bereich Computernetzwerke und Server-Betriebssysteme. Sie sind Generalisten, die nicht unbedingt über herausragende kreativ-künstlerische Kompetenzen verfügen.
Webdesigner beschäftigen sich in der Regel nicht mit der Entwicklung von Anwendungssoftware (z.B. auf Basis der höheren Programmiersprachen C++ oder Visual Basic) oder der Programmierung komplexerer Webapplikationen mit höheren Programmiersprachen wie z.B. Java oder C#. Softwareentwickler müssen dazu über tiefergehende Kenntnisse in Software-Engineering (z.B. Software-Architektur, Vorgehensmodelle) verfügen. Webdesigner sind auf die Entwicklung der Bedienoberflächen solcher Applikationen spezialisiert. Sie arbeiten oftmals mit Web-Programmierern zusammen.
Online-Redakteure sind Journalisten, die Texte für Internet-Portale und Websites erstellen oder redigieren. Sie haben in der Regel eine journalistische Ausbildung und Zusatzkenntnisse über das Internet und seine Technologien sowie über die spezifischen Anforderungen an Online-Publikationen. Da heute fast ausnahmslos Redaktionssysteme für die Erfassung, Verwaltung und Publikation von Texten im Web eingesetzt werden, benötigen Online-Redakteure in der Regel keine spezifischen HTML-, Programmier- oder Designkenntnisse.
Content Manager organisieren den Inhalt einer meist umfangreichen Website oder eines Internet-Portals. Sie legen die Inhaltsstrategie fest, wählen Inhaltslieferanten aus und koordinieren und überwachen die Einstellung der Informationen in den Internetauftritt. Sie kommen oft aus dem redaktionellen Umfeld. Webdesigner müssen mit Content-Managern oftmals eng zusammenarbeiten.
Marketing- und PR-Experten übernehmen u.a. die Außendarstellung eines Unternehmens oder einer Organisation durch die Planung von Anzeigen, Durchführung von Pressearbeit etc.
Schnittstellen zum Webdesigner ergeben sich vor allem im Bereich Online-Marketing. Webdesigner können mit ihrer Arbeit den Markterfolg einer Website oder einer Online-Marketing-Kampagne (z. B. Newsletter-Marketing) entscheidend beeinflussen.
Webdesigner können typischerweise in folgenden Rangstufen arbeiten:
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