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Webdesigner

Ursprung und Entwicklung

Der Beruf des Webdesigners / der Webdesignerin entwickelte sich in den 1990er Jahren, als das Internet zunehmend kommerziell genutzt wurde. Dabei setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Erscheinungsbild – das sogenannte »Look and Feel« - einer Website oder E-Commerce-Anwendung für den geschäftlichen Erfolg besonders wichtig ist. Dank neuer Technologien wuchsen die Möglichkeiten, Design, Layout und Bedienung einer Website zu beeinflussen. War man Anfang der 1990er Jahre noch auf die Verwendung von HTML-Tags und eingebetteten Grafiken beschränkt, so erweiterte sich der Gestaltungsspielraum durch die Einführung von Cascading Style Sheets / CSS (1995) und Macromedia Flash (1997) erheblich. Diese verschiedenen Gestaltungsmittel richtig einzusetzen erforderte jedoch Spezialisten: Grundwissen zu HTML und Bildbearbeitung reichten nicht mehr aus. Die Basis für diesen Beruf war also von Anfang die Kombination von sowohl künstlerisch-ästhetischen als auch technisch-analytischen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Im Prinzip hat sich daran bis heute kaum etwas geändert. Allerdings gibt es mittlerweile technisch wesentlich mehr Möglichkeiten, das Erscheinungsbild und die Nutzerfreundlichkeit einer Website zu gestalten. Zusätzlich stellt die heutige intensive Nutzung mobiler Endgeräte das Webdesign vor neuen Anforderungen: Websites müssen auch auf kleineren Bildschirmen lesbar, ansprechend gestaltet und per Touchscreen-Berührung bedienbar sein. Webdesigner müssen sich deshalb auch mit modernen Konzepten und Technologien wie z. B. Responsive Design, Parallax Scrolling, One Pager, Progressive Web Apps (PWAs) und Accelerated Mobile Pages (AMP) auskennen und wissen, wie sie Websites sowohl für Desktop- wie auch für die mobile Anwendung optimal gestalten können. Das Aufgabengebiet ist also wesentlich umfangreicher und anspruchsvoller geworden. Entsprechend stehen dem heutigen Webdesigner neben den „Klassikern“ HTML und CSS viele weitere Werkzeuge wie z. B. PHP, JavaScript und andere Skriptsprachen, Frameworks und Bibliotheken für die Erstellung und Gestaltung von geräte-übergreifenden Webanwendungen zur Verfügung.

So erfordert das Design von ästhetisch ansprechenden und intuitiven Bedienoberflächen für Webapplikationen aller Art heute noch mehr als früher sowohl ein breites technisches Know-how als auch viel künstlerische Kreativität und Einfallsreichtum. Gleichzeitig ist aber auch wichtig, dass ein Webdesigner Anforderungen von unternehmensspezifischen Zielgruppen wie auch von Suchmaschinen in seine Konzepte miteinbezieht. Diese Komplexität und Vielseitigkeit macht dieses spezialisierte Berufsbild des Webdesigners so attraktiv.

Gebrauch

Webdesigner ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Damit kann der Begriff von jeder Person legal als Berufsbezeichnung geführt werden und kommt z.B. auch häufig in Stellenanzeigen vor.

Wer den Begriff jedoch im Berufsleben (z.B. bei Bewerbungen oder Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne über eine entsprechende Qualifikation zu verfügen, verstößt u.U. gegen bestimmte Gesetze, in Deutschland z.B. gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) im Sinne einer irreführenden Werbung. Unter bestimmten Umständen kann die Verwendung der Berufsbezeichnung „Webdesigner“ auch den Straftatbestand des Betrugs (in Deutschland gem. § 263 StGB) erfüllen, z.B. in Form von Anstellungsbetrug.

Webdesigner beschäftigen sich mit der Konzeption, grafischen Gestaltung und Benutzerführung von Websites und Interfaces für Webanwendungen sowie der Umsetzung von Corporate Design und Corporate Identity im Web. Sie verfügen über eine umfassende Ausbildung im gestalterischen Bereich. Ihre Arbeit hat meist auch einen künstlerischen Aspekt. Immer häufiger eignen sich Webdesigner aber auch Kenntnisse in Programmier- und Skriptsprachen für die Erstellung von Websites an. Zusatzqualifizierungen in Bereichen Suchmaschinenoptimierung (SEO), Usability und Conversion Rate Optimization (CRO) sind ebenfalls keine Seltenheit, denn die Anforderungen an Webdesigner gehen immer mehr in Richtung ganzheitlicher Website-Konzepte, bei denen es wichtig ist die unterschiedlichen Kriterien der verschiedenen Disziplinen unter einen Hut zu bringen.

Die Bezeichnung Webdesigner ist international weit verbreitet und hat Eingang in den Sprachgebrauch vieler Nationen gefunden. Auch in Deutschland ist dies seit vielen Jahren die Standardbezeichnung für diesen Beruf. Manchmal wird in Stellenausschreibungen synonym oder in Kombination auch die Bezeichnung „Mediendesigner“ oder „Mediengestalter“ verwendet, wobei sich diese Berufsbezeichnung ursprünglich vor allem auf die Gestaltung von Druck- bzw. Print-Medien bezieht und dadurch der Schwerpunkt im Offline-Bereich liegt. Allerdings führt die fortschreitende Digitalisierung und Verschmelzung von Print- und Online-Medien dazu, dass immer häufiger Gestalter gesucht werden, die sowohl über Kenntnisse des klassischen Mediendesigns im Offline-Druckbereich wie auch des modernen Webdesigns im Online-Bereich verfügen und in beiden Welten sozusagen Zuhause sind.

Arbeits- und Tätigkeitsfelder

Webdesigner arbeiten als Angestellte, Selbstständige oder Freiberufler in oder für

Sie sind dabei meist Teil eines größeren Teams aus verschiedenen Fachexperten (Webdeveloper, Administrator, Artdirector, Online Marketing Manager etc.).

Webdesigner haben nicht ausschließlich mit dem öffentlichen Internet zu tun, sondern arbeiten vor allem in größeren Organisationen oftmals auch für das geschlossene Firmen-Intranet, das rein der internen Kommunikation dient.

Kernaufgaben:

Web Interface Design und (optional) auch -Programmierung

Web Usability

Kompetenzen

Das Fähigkeitenprofil des Webdesigners ist geprägt durch die Kombination aus künstlerisch-kreativen und technisch-analytischen Komponenten. Webdesigner müssen über fachliche und methodische Kompetenzen in allen genannten Tätigkeitsfeldern verfügen. Um im Arbeitsleben zu bestehen, werden aber auch verschiedene »Soft Skills« benötigt:

Voraussetzungen

Personen, die eine Ausbildung zum Webdesigner anstreben, sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:

Schulische Voraussetzungen

Hochschulreife, Fachhochschulreife oder ein mittlerer Bildungsabschluss

Englischkenntnisse

Interessenten sollten über gute Englischkenntnisse verfügen und einfache bis mittelschwere englische Texte aus dem technischen Umfeld verstehen können.

PC- und Mobile-Kenntnisse

Die Interessenten sollten mehrjährige Erfahrung mit PCs haben und sich mit mindestens einer grafischen Oberfläche (z.B. Microsoft Windows oder Mac OS X) auskennen. Dazu gehört auch der sichere Umgang mit Tastatur und Maus. Sie sollten sich aber auch mit mobilen Endgeräten wie z. B. Smartphones und Tablets und den grundlegenden Eigenheiten und Unterschieden mobiler Betriebssysteme auskennen. Ebenso sollten sie mit Standardsoftware wie z.B. Textverarbeitung und Grafikprogrammen sowie wichtigen Entwicklerwerkzeugen vertraut sein.

Internet-Anwenderkenntnisse

Die Interessenten sollten das Internet und unterschiedlichste Arten von Websites und Online-Shops bereits als Anwender sehr gut kennen und die geläufigen Dienste und Applikationen (z.B. WWW, E-Mail, Mobile Apps, Social Media etc.) nutzen.

Kreativität und künstlerisches Talent

Die Interessenten sollten über ein hohes Maß an Kreativität und künstlerischem Talent verfügen, da die Erarbeitung einzigartiger, ästhetisch anspruchsvoller Web-Interfaces nicht nur ein technischer, sondern vor allem auch ein kreativer Prozess ist. Eine entsprechende Begabung z. B. was die Erstellung von Skizzen, Zeichnungen oder sonstigen grafischen Entwürfen betrifft ist Grundvoraussetzung für diesen Beruf.

Sonstige Voraussetzungen

Verständnis für technische Abläufe sowie autodidaktische Veranlagung.

Aus- und Weiterbildung

Berufsqualifizierende Kompetenzen für das Berufsbild des Webdesigners können im Rahmen der Ausbildung zum Mediengestalter mit IHK-Abschluss, im Rahmen diverser Hochschul-Studiengänge (z.B. Medieninformatik) oder durch eine Weiterbildung bei privaten Bildungsinstituten/Akademien erworben werden.

Die Webmasters Fernakademie Nürnberg bietet zu diesem Berufsbild folgenden Fernlehrgang mit Zertifizierung zum Webdesigner/in an:

Einen staatlich zugelassenen Fernlehrgang zum zertifizierten Webdesigner bietet die Webmasters Fernakademie an. Der Schwerpunkt dieser Weiterbildung liegt im Bereich responsive Webdesign mit HTML5 und CSS3. Die Weiterbildung wird von den WE-autorisierten Bildungsinstituten in Form von Präsenz- und/oder Virtual Classroom-Unterricht angeboten.

Der Abschluss „Certified Web Designer“ umfasst neben den oben genannten Kernkompetenzen eines Webdesigners auch ergänzendes Wissen in den Bereichen Website-Konzeption & Projektmanagement sowie JavaScript-Programmierung. Diese Weiterbildung dauert in Vollzeit ca. 6 Monate, berufsbegleitend oder Teilzeit bis zu 18 Monate.

Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten

Webdesigner können typischerweise in folgenden Rangstufen arbeiten: