SEO-Manager

Berufsbezeichnung

Inhalt

Ursprung und Entwicklung

Definition: Die „Suchmaschinenoptimierung“ (Englisch: „Search Engine Optimization“, kurz „SEO“) ist eine Online-Marketing-Disziplin und bildet zusammen mit der Suchmaschinenwerbung das Suchmaschinenmarketing (Englisch: „Search Engine Marketing“, kurz „SEM“).

Schon Ende der 1990er Jahre wurden Webseiten für die Auffindbarkeit in Webkatalogen (den Vorläufern der Suchmaschinen) optimiert, allerdings war dies damals bei weitem nicht so aufwändig wie heute. Die Möglichkeiten beschränkten sich vorwiegend auf kleinere technische Optimierungen der Websites, weshalb diese Aufgabe meistens vom Web Administrator oder Webmaster übernommen wurde. Das Berufsbild „SEO-Manager/in“ bzw. „Manager/in für Suchmaschinenoptimierung“ entstand erst im darauffolgenden Jahrzehnt parallel zum Erfolg des Suchanbieters Google und in Folge der zunehmenden Bedeutung der Suchmaschinenmärkte. Website- und Onlineshop-Betreiber erkannten immer mehr, dass neben den Möglichkeiten der Suchmaschinenwerbung auch die Suchmaschinenoptimierung zum geschäftlichen Erfolg ihrer Online-Präsenzen beitragen kann.

Vorrangiges Ziel der Suchmaschinenoptimierung von Websites, Webanwendungen und Onlineshops ist, dass sie zu nachgefragten und für das Online-Angebot relevanten Suchbegriffen (Keywords) möglichst weit oben in den Suchergebnisseiten von Suchanbietern gelistet werden. Im Gegensatz zu den Werbeplätzen in Suchmaschinen sind die Platzierungen innerhalb der Suchergebnislisten (sog. „Rankings“, Deutsch: „Ränge“) nicht käuflich erwerbbar. Sie werden von Suchanbietern auf Basis von eigens für diesen Zweck maschinell erstellten Indizes generiert, in denen Informationen zu Milliarden von Websites hinterlegt und laufend aktualisiert werden. Komplexe Algorithmen wählen auf der Grundlage dieses Datenbestandes je nach Suchanfrage und Suchintention passende Webseiten für die Ergebnisliste aus. Anschließend sortieren sie die Liste auf Basis von Relevanz- und Rankingkriterien: bei Google sind es mittlerweile hunderte (Quelle: Google Howsearchworks).

Kernaufgabe von SEO-Managern ist, Potenziale für die Suchmaschinenoptimierung von Webpräsenzen zu identifizieren und generell für die Verbesserung von Rankings und Website-Besuchen über die organische Suche zu sorgen. Da viele Internetseiten noch immer unzureichend für Suchmaschinen optimiert sind, gibt es für SEO-Manager in der Regel viel zu tun: besonders auf der technischen Ebene bestehen oft Defizite z. B. im Bereich der Ladezeiten („Pagespeed“) oder der Kompatibilität mit mobilen Endgeräten. Da die Suchmaschinen-Algorithmen aber auch immer stärker versuchen nachzuvollziehen, welchen Eindruck eine Website auf Besucher macht und wie beliebt sie ist, spielen Kriterien z. B. in den Bereichen der Besuchererfahrung („User Experience“, kurz „UX“), Benutzerfreundlichkeit („Usability“) und Barrierefreiheit („Accessibility“) eine immer größere Rolle. SEO-Manager müssen deshalb heutzutage vielmehr als früher ihr Hauptaugenmerk auf die ganzheitliche Optimierung für die Nutzer legen, anstatt sich rein an einzelnen Kriterien der Suchmaschinen-Algorithmen zu orientieren oder zu versuchen, diese mit SEO-Tricks zu „überlisten“. Um diese Defizite überhaupt aufdecken und entsprechende Optimierungsmaßnahmen vorschlagen zu können, müssen SEO-Manager über solide Kenntnisse z. B. in den Bereichen Usability, Web Administration, Webdesign, User Experience und Webentwicklung verfügen. Nur dann sind sie in der Lage, entsprechende Schwachstellen zu identifizieren und Optimierungsmaßnahmen vorzuschlagen, die auch umsetzbar sind. In diesem Zusammenhang sind besonders die analytischen Fähigkeiten von SEO-Managern gefragt. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen erfolgt in der Regel durch ein Team aus entsprechenden Fachexperten.

Der Trend geht bei diesem Berufsbild weg davon, einzelne SEO-Maßnahmen quasi im Alleingang durchzuführen. Vielmehr steht die Einbettung der Suchmaschinenoptimierung in Gesamtstrategien des Online Marketing immer mehr im Mittelpunkt, indem SEO-Maßnahmen z. B. mit SEA-Kampagnen oder Content-Marketing-Maßnahmen kombiniert werden. Auch wird es immer üblicher, SEO-Anforderungen bereits in der Konzeptionsphase und bei Relaunches von Webangeboten zu integrieren. Denn nachträglich SEO-Maßnahmen zu implementieren, ist oft wesentlich zeitaufwändiger und teurer. Da die Algorithmen der Suchmaschinen von den Suchanbietern laufend weiterentwickelt werden, müssen SEO-Manager außerdem ständig „am Ball“ bleiben und dafür sorgen, dass die von ihnen betreuten Websites gegebenenfalls nachoptimiert bzw. angepasst werden. SEO wird von immer mehr Unternehmen als kontinuierliche Tätigkeit betrachtet und nicht als einmaliges, zeitlich begrenztes Projekt.

Gebrauch

SEO-Manager/in bzw. Manager/in für Suchmaschinenoptimierung und ähnliche Berufsbezeichnungen wie z. B. „Manager/in SEO“, „SEO-Account-Manager“ etc. sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Damit kann der Begriff von jeder Person legal als Berufsbezeichnung geführt werden und kommt z.B. auch häufig in Stellenanzeigen vor. Auch international ist die Berufsbezeichnung SEO Manager am üblichsten. Freiberufler im SEO-Bereich nennen sich häufig „SEO-Experte“, „Experte für Suchmaschinenoptimierung“, „SEO-Consultant“ oder „SEO-Berater“.

Wer den Begriff jedoch im Berufsleben (z.B. bei Bewerbungen oder Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne über eine entsprechende Qualifikation zu verfügen, verstößt u.U. gegen bestimmte Gesetze, in Deutschland z.B. gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) im Sinne einer irreführenden Werbung. Unter bestimmten Umständen kann die Verwendung der Berufsbezeichnung „SEO-Manager“ auch den Straftatbestand des Betrugs (in Deutschland gem. § 263 StGB) erfüllen, z.B. in Form von Anstellungsbetrug.

Arbeitsumfelder, Aufgabenbereiche und Tätigkeitschwerpunkte

SEO-Manager bzw. Manager für Suchmaschinenoptimierung arbeiten ähnlich wie SEA-Manager in allen Unternehmensformen und Branchen mit unterschiedlichen Geschäftsbeziehungen, wobei der Schwerpunkt im Bereich B2C liegt. Aber auch Großkonzerne im B2B-Bereich entdecken immer mehr die Bedeutung der Suchmaschinenoptimierung für ihre Online-Präsenzen, z. B. weil die Beziehung zur Öffentlichkeit und damit auch zu Endverbrauchern im Hinblick auf die Imagebildung und Reputation als wichtiger Teil der Marketing-Gesamtstrategie betrachtet wird.

Besonders viele Stellenausschreibungen gibt es im Marktsegment des E-Commerce und bei Online-Marketing-Agenturen. Da die Kosten im Bereich der Suchmaschinenwerbung in den letzten Jahren stark gestiegen sind, verlagern Unternehmen und Agenturen immer häufiger den Schwerpunkt auf SEO oder bauen SEO weiter aus. Damit steigt auch die Nachfrage nach erfahrenen SEO-Experten. Das Aufgabengebiet hängt somit ganz wesentlich davon ab, ob SEO im Unternehmen bereits etabliert ist und weiterentwickelt bzw. professionalisiert werden soll oder es gerade dabei ist, SEO-Maßnahmen einzuführen und entsprechendes Know How für das eigene Geschäftsfeld oder für Kunden aufzubauen. Für SEO-Manager heißt das, dass sie je nach Ausgangssituation entweder bereits auf hohem SEO-Niveau einsteigen und sich unter Umständen auf Teilbereiche der Suchmaschinenoptimierung spezialisieren können bzw. sollen. Oder: als SEO-Allrounder erst einmal Aufbauarbeit im Unternehmen leisten, mehr Bewusstsein für SEO-Anforderungen schaffen und entsprechend flexibel und vielseitig sein.

Zu den Kernaufgaben des SEO-Managers zählen unabhängig vom Unternehmenstyp immer die Nachfrage-, Keyword- und Wettbewerb-Recherchen in den Suchmaschinenmärkten. Sie müssen außerdem in der Lage sein, umfangreiche SEO-Analysen und -Maßnahmenkataloge zu erstellen. Angesichts der Fülle an Rankingkriterien besteht dabei die Gefahr, sich in Details zu verzetteln oder Wichtiges zu übersehen. Deshalb ist besonders die Fähigkeit gefragt, den Überblick zu behalten und das Wesentliche aus der Vielzahl der Möglichkeiten herauszufiltern.

Zu den Hauptaufgaben im B2C- und ganz besonders E-Commerce-Bereich (Onlineshops etc.) gehört fast immer, über die Verbesserung der Rankings, mehr Besucher auf die jeweiligen Landingpages zu bringen und den Abverkauf zu steigern. Bei B2B-Unternehmen stehen hingegen die Steigerung der Sichtbarkeit in der organischen Suche von Google und Co im Vordergrund und das meistens international.

Sind die Online-Präsenzen von Unternehmen hauptsächlich auf den westeuropäischen Raum ausgerichtet, bedeutet das für SEO-Manager, dass sie sich vor allem auf die Rankings in den verschiedenen Bereichen der Googlesuche konzentrieren müssen. Bei international aufgestellten Websites oder Onlineshops müssen SEO-Manager je nach Region auch Experten für die Kriterien anderer Suchanbieter wie z. B. Yandex, Yahoo/Bing und Baidu sein.

Da im Agenturbereich die Kundenbeziehung und das Kundengeschäft im Mittelpunkt stehen, sind in diesem Umfeld SEO-Manager oft auch sog. Account Manager. Kunden müssen dann professionell betreut (Stichwort „Kundenpflege“) und oft auch geschult werden. Die Durchführung von SEO-Workshops für Kunden gehört in diesem Kontext zu den Hauptaufgaben eines SEO-Managers. In diesem kundenorientierten Geschäftsfeld benötigt ein SEO-Manager aber auch solide Kenntnisse im Projektmanagement: er muss SEO-Projekte organisieren und leiten. Der Trend geht dabei weg vom Projektmanagement nach dem Wasserfall-Modell und hin zu Methoden des agilen Projektmanagements (z. B. Scrum). Es ist definitiv karriereförderlich, wenn ein SEO-Manager eine entsprechende Zusatzqualifikation bzw. Berufserfahrung mitbringt. Im Agenturgeschäft müssen SEO-Manager zusätzlich regelmäßig Angebote z. B. für neue Kunden erstellen (Vertriebsunterstützung) und auf Basis von SEO-Analysen und -Maßnahmenkatalogen Aufwandschätzungen, Kostenkalkulationen und Budget-Prognosen für die Umsetzung der SEO-Maßnahmen abgeben.

SEO-Manager tragen als Account Manager oft hohe Verantwortung. Einsteiger bzw. Berufsanfänger werden an das Account Management herangeführt und betreuen zunächst kleinere Kunden, sie erhalten dann z. B. den Jobtitel „Junior SEO-Manager“. Mit den Jahren wird ihnen aufgrund der größeren Erfahrung und bei entsprechender Eignung größere Verantwortung für wichtigere Kunden sowie höhere Budgets übertragen: Sie steigen dann z. B. zum „Senior SEO-Manager“ auf. Nicht selten werden in diesem Kontext auch Jobtitel wie z. B. „Senior SEO-Account-Manager“ verwendet. Manchmal übernehmen sie sogar die Rolle eines Key Account Managers, z. B. weil sie sich auf einen einzigen Großkunden fokussieren und das SEO-Geschäft mit ihm weiter ausbauen sollen.

Im Inhouse-Bereich steht das Account Management nicht im Mittelpunkt der Tätigkeit und des Berufsbildes. SEO wird hier für Websites des Unternehmens oder der Unternehmensgruppe durchgeführt. Hier bestimmen die Ziele des Arbeitsgebers die generelle SEO-Strategie: Die Leistungen von SEO-Managern werden dann daran gemessen, wie gut sie entsprechende Zielvorgaben erreichen und vorgegebene Budgets effizient nutzen.

Die Tätigkeitsschwerpunkte variieren je nach Unternehmensgröße und -ausrichtung sehr. Besonders häufig werden folgende Kernaufgaben beschrieben:

Suchmaschinenoptimierung allgemein

  • Durchführung von Keywordrecherchen, Suchmaschinenmarkt-Analysen in Bezug auf Nachfrage, Wettbewerb und Sprachgebrauch vorrangig für Google.
  • Entwicklung von nachhaltigen und ganzheitlichen und u. U. internationalen SEO-Strategien, z. B. zur Sichtbarkeitssteigerung und Kundengewinnung inkl. Bewertung von Ranking-Chancen für einzelne Keywords und Themenbereiche. Dabei Berücksichtigung der Branchen-Besonderheiten des Unternehmens bzw. Kunden und der Wettbewerbersituation in den jeweiligen Marktsegmenten, Regionen und Suchmaschinen.
  • Konzeption von suchmaschinenoptimierte Landingpages, -Microsites und -Specials z. B. in Form von Anforderungskatalogen.

Planung und Umsetzung

  • Durchführung von SEO-Analysen (SEO-Audits) und Erstellung von SEO-Maßnahmenkatalogen oder SEO-Anforderungskatalogen, u. U. inkl. Projektplänen, Roadmaps und Leitung von SEO-Projekten
  • Erstellung von Linkaufbauplänen und Maßnahmenkatalogen zur Offpage-Optimierung
  • Überprüfung auf Content-Erweiterung- bzw. -Ergänzungsoptionen, um die Ranking-Chancen von Landingpages zu verbessern. Zusammenfassung entsprechender Vorschläge zur Weiterentwicklung der Content-Strategie.
  • Pflege, Ausbau und Optimierung von SEO-Kampagnen hinsichtlich technischer und inhaltlicher Onpage-Optimierung, sowie unterstützender OffPage-Maßnahmen z. B. im Bereich Linkbuilding oder Social SEO
  • Selbstständige Umsetzung einzelner SEO-Maßnahmen z. B. Content-Erstellung und -Optimierung (SEO-Copywriting) sowie Backlink-Aufbau. Verfassen von SEO-Beiträgen für den Unternehmens-Blog
  • Durchführung von technischen SEO-Maßnahmen wie z. B. Konfiguration der robots.txt – Steuerungsdatei für Suchmaschinen-Bots, Überprüfung von sitemap.xml-Dateien, Optimierungen von HTML-Codes von Website-Templates etc.
  • Im Agenturumfeld: Angebotserstellung zur Vertriebsunterstützung inkl. Aufwandsschätzungen und Budgetkalkulationen für SEO-Projekte sowie Ermittlung von Mindestbudgets; Durchführung von Präsentationen und Kunden-Workshops. Außerdem oft auch Unterstützung der Buchhaltung z. B. in Bezug auf das Rechnungswesen
  • Auswahl und Betreuung für externe Dienstleister wie z. B. Linkbuilder, Autoren und Content-Produzenten inkl. Qualitätskontrolle
  • SEO- bzw. Ranktracking: Setup und Konfiguration von Ranktrackings und Ranking-Berichten in SEO-Tools wie z. B. Sistrix, SearchMetrics, SemRush, Moz, ahrefs u.a.

Datenanalyse und Wirksamkeitsmessung / Monitoring und Reporting

  • Kosten- und Performanceoptimierung von SEO-Maßnahmen auf Basis definierter Key Performance Indicators (KPIs), Ziel- und Budgetvorgaben.
  • Einrichtung und regelmäßige Checks der Webmastertools der Suchanbieter z. B. im Hinblick auf das Crawling-Verhalten der Bots (Crawling-Frequenz, Crawling-Budget etc.), evtl. Fehlermeldungen oder Nachrichten
  • Laufende Beobachtung der Webanalyse-Daten von z. B. Google Analytics: Auswertung des organischen Traffics, des Besucherverhaltens und je nach Projekt definierten KPIs
  • Regelmäßig Monitoring und Reporting der SEO-Performance anhand von Rankingreports und Sichtbarkeitsverläufen; Präsentation/Kommunikation an Vorgesetzte und/oder Kunden (Account Management) meistens im monatlichen Turnus
  • Beobachtung von Trends im Bereich Suchmaschinenoptimierung allgemein; Aufmerksames Verfolgen der Weiterentwicklung von Suchmaschinen-Algorithmen in Bezug auf neue oder geänderte Ranking- und Relevanzkriterien. Gegebenenfalls Anpassung der SEO-Strategie und -Maßnahmen.
  • Aufbereitung und Präsentation von Kampagnen-Ergebnissen sowie Berichterstellung z. B. mit Microsoft Powerpoint, Microsoft Excel oder SEO-Tools z. B. Rankingreports und Webanalyse-Berichte
  • Übernahme von Budgetverantwortung (grundlegende BWL-Kenntnisse sind notwendig)

Es kann je nach Gewichtung im Einzelfall, zu größeren Abweichungen von dieser beispielhaften Aufzählung kommen.

Kompetenzen

SEO-Manager müssen sich in allen Teilbereichen der modernen Suchmaschinenoptimierung auskennen. Dazu gehören beispielsweise technisches SEO, Content-SEO, Bilder-/Video-SEO, Mobile-SEO, Social SEO und Linkbuilding. Weiterhin sollten sie über gute Branchenkenntnisse im Unternehmensumfeld verfügen und verschiedene SEO-Strategien kennen. Sie müssen ein Gespür für das Verfassen von zielgruppengerechten Texten haben. Sie sind in der Lage, SEO-Strategien der jeweiligen Konkurrenz zu ermitteln und finden Wege, trotz der zum Teil komplizierten und hart umkämpften Situation in Suchmaschinenmärkten, ihre SEO-Projekte zum Erfolg zu führen.

Sie verfügen über ein tiefgehendes Verständnis der Zusammenhänge und Entwicklungen im Internet und sind in Bezug auf Trends im Bereich Suchmaschinenoptimierung stets auf dem Laufenden. Da heutzutage in Stellenausschreibungen und im SEO-Alltag immer mehr „Über-den-Tellerand“-Wissen gefragt und gefordert ist, bringen sie auch Wissen in anderen Online-Marketing-Disziplinen mit. Eine besonders hohe Affinität besteht hier zu Social Media Marketing und Content Marketing. Dies schlägt sich auch in Stellenausschreibungen nieder, die fachübergreifende Jobtitel wie z. B. „Senior SEO / Content Manager“ oder „SEO / Social Media Manager“ verwenden. Sie sollten aber auch profundes technisches Wissen im Bereich der Serverkonfiguration und Webprogrammierung besitzen.

Darüber hinaus sind gute Kenntnisse in der Webanalyse und von einschlägigen SEO-Tools besonders wichtig: Häufig werden gründliche Kenntnisse von Google Analytics verlangt. Der vertraute und professionelle Umgang mit SEO-Tools wie z. B. SearchMetrics, Sistrix, Moz etc. wird als selbstverständlich vorausgesetzt bzw. erwartet.

Als fachliche Kernkompetenzen sind generelle Fähigkeiten zu nennen, komplexe Keywordrecherchen und Analysen durchzuführen, schlagkräftige SEO-Strategien zu entwickeln, effizient umzusetzen und anhand von SEO-Leistungsdaten auszuwerten.

  • Kenntnisse anderer Marketing-Kanäle: nicht nur für Online Marketing Manager, sondern auch für SEO-Manager ist es wichtig, dass sie ein solides Marketing-Grundwissen z. B. im Hinblick auf die Formen des Pull-Marketing und „Below-the-Line“-Marketing mitbringen und den Stellenwert der Suchmaschinenoptimierung innerhalb der gesamten Marketing-Strategie des Unternehmens bestimmen können.
  • Soft Skills: Besonders im Agenturgeschäft sind SEO-Manager (wie übrigens auch SEM- und SEA-Manager) Schnittstelle zum Kunden und/oder arbeiten mit internen oder externen Entwickler-, Kreativteams und anderen Online-Marketing-Experten z. B. im Bereich Content Redaktion eng zusammen. Die Kommunikation nach innen und/oder außen ist dann ein Kernelement ihrer Tätigkeit. Sie müssen somit hohe soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Verhandlungsgeschick und sehr gute kommunikative Fähigkeiten bis hin zu Mehrsprachigkeit auf allen Kanälen mitbringen.
  • Lebenslanges Lernen, autodidaktische Fähigkeiten: Die Technologien und Rahmenbedingungen im Internet und ganz besonders im Bereich Suchmaschinenoptimierung verändern sich laufend und werden immer komplizierter. SEO-Manager müssen deshalb als Allrounder vielseitig interessiert und begabt sein oder sich frühzeitig auf ein Teilgebiet des SEO spezialisieren, um im Berufsleben erfolgreich zu sein.
  • Belastbarkeit, Flexibilität und Geduld: Da SEO-Manager oft unter einem hohen Zeit- und auch Erfolgsdruck arbeiten und eine hohe Budget-Verantwortung tragen, sollten sie belastbar sein, sich auch in hektischem Umfeld (Großraumbüros) konzentrieren und im Arbeitsalltag gut organisieren können. SEO-Manager müssen damit leben können, dass sich die Leistung von SEO-Projekten aufgrund von kurzfristigen und leider oft auch unangekündigten Änderungen der Suchmaschinen-Algorithmen oft schlagartig verschlechtern können: Es gibt keine Garantie für gute Rankings! Sie dürfen sich aber durch solche oft vorübergehenden Schwankungen in den Rankings nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern müssen mit „kühlem Kopf“ die Situation analysieren und gegebenenfalls ihre SEO-Strategie anpassen.
  • Kommunikationsfähigkeit und Überzeugungstalent: Angesichts der Komplexität und gewissen Unberechenbarkeit im Bereich der Suchmaschinenoptimierung ist immer damit zu rechnen, dass von Seiten der Vorgesetzten oder Kunden die Leistung von SEO-Kampagnen oder die SEO-Strategie in Frage gestellt oder kritisiert wird. SEO-Manager müssen dies aushalten können und benötigen im Umgang mit diesen Personengruppen viel diplomatisches Geschick und Geduld, um sie von den eigenen Kampagnenstrategien oder der Notwendigkeit einer Erhöhung der SEO-Budgets zu überzeugen. Oftmals wird von Vorgesetzten oder Kunden schlicht unterschätzt, wie hoch der Aufwand im SEO-Bereich ist, um nachhaltig Top-Positionen in der Suche zu erobern und zu halten.
  • Sprachen: Neben möglichst perfektem Deutsch sind Englischkenntnisse elementar wichtig. Aus diesem Grund werden sie fast immer in Stellenausschreibungen gefordert. Gerade bei international ausgerichteten Unternehmen sind in Stellenausschreibungen immer häufiger weitere Sprachkenntnisse ausdrücklich erwünscht.
  • PC-Anwendungsprogramme: Manager für Suchmaschinenoptimierung sollten über gute Kenntnisse in den gängigen Office-Programmen (Textverarbeitung, Präsentation) verfügen. Wegen des regelmäßigen Umgangs mit Daten und Zahlen sollten sie sehr gute Excel-Kenntnisse besitzen und z. B. das Arbeiten mit Formeln, S-Verweisen und Pivot-Tabellen beherrschen.

Voraussetzungen

Personen, die eine Ausbildung zum SEO-Manager bzw. Manager für Suchmaschinenoptimierung anstreben, sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:

Schulische Voraussetzungen

Hochschulreife, Fachhochschulreife oder ein mittlerer Bildungsabschluss.

PC-Kenntnisse

Die Interessenten sollten mehrjährige Erfahrung mit PCs und Smartphones haben und mit mindestens einem Betriebssystem (z. B. Windows oder Mac OS X) sowie den Standard-Office-Anwendungen (Tabellenkalkulation, Textverarbeitung, Präsentation) mitbringen.

Internet-Anwenderkenntnisse

Die Tätigkeit setzt ganz allgemein eine hohe Affinität zum Medium Internet und besonders zum Thema SEO voraus, Interessenten sollten sich also sicher und mit Selbstverständlichkeit im Netz bewegen und die wichtigsten Rankingkriterien gut kennen.

Kommunikative und soziale Kompetenz, wissenschaftliche Ader

Kommunikation in all ihren Ausprägungen und häufig auch Teamfähigkeit steht im Zentrum der Tätigkeit als SEO-Manager. Er steht oft vor der Herausforderung, die teilweise komplizierten Sachverhalte und Anforderungen seiner SEO-Tätigkeit für Laien z. B. in Gesprächen, Vorträgen und Workshops nachvollziehbar und überzeugend zu vermitteln. Weiterhin gehört auch die Leidenschaft für Suchmaschinenoptimierung und ein gewisser Forscherdrang zu diesem Berufsprofil. Die Ursachen von Veränderungen in den Rankings zu ermitteln erfordert oft eine wissenschaftliche Vorgehensweise und entsprechende Begabung für logisches Denken

Sprachkenntnisse

Sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift, möglichst verhandlungssicher. Weitere Sprachkenntnisse sind häufig in Stellenausschreibungen ausdrücklich erwünscht.

Aus- und Weiterbildung

Eine einschlägige Ausbildung im Bereich Marketing oder ein BWL-, Marketing- oder Wirtschaftsinformatik-Studium ist oft der Einstieg in das Tätigkeitsfeld eines SEO-Managers. Die spezifischen Kenntnisse in den Bereichen Internet und Suchmaschinen werden in der Regel durch Weiterbildungen erworben; eine speziell auf diese Tätigkeit zugeschnittene staatlich geregelte Ausbildung gibt es nicht.

Private Institute und Bildungszentren bieten eine Vielzahl von Kursen, Seminaren und Lehrgängen für SEO-Manager an. Die Spannweite reicht von Kursen von nur wenigen Tagen („Crashkurse“) mit sehr eingegrenztem Themenspektrum, bis hin zu mehrwöchigen Vollzeit-Kursen. Interessenten können zwischen Präsenzveranstaltungen, Fern- und Onlinekursen wählen. Die Suchanbieter wie z. B. Google bieten keine eigenen Zertifizierungsprogramme im SEO-Bereich an.

Webmasters Europe e.V. bietet im SEO-Bereich eine umfangreiche Weiterbildung zum SEM-Manager inklusive Zertifizierung an, die auch ausführlich das Fachgebiet SEO beinhaltet:

Der staatlich zugelassene Fernlehrgang SEM-Manager und Web-Analyst mit Abschluss „Certified SEM Manager and Web Analyst“ führt gründlich und auf aktuellstem Stand in die drei Disziplinen SEO, SEA und Webanalyse ein. Die Weiterbildung vermittelt neben Spezialwissen zum Suchmaschinenmarketing auch solides Praxiswissen in der Webanalyse und der Anwendung von Google Analytics und Google Tag Manager.

Beispiele für Entwicklungsmöglichkeiten und Karrierepfade

Ein typischer Karrierepfad geht in Richtung Teamleitung, denn SEO ist mittlerweile so komplex und aufwändig geworden, dass besonders in größeren Unternehmen SEO-Teams entstanden sind oder gerade entstehen. Jobbezeichnungen für die SEO-Teamleitung sind dann häufig „Teamlead SEO“ oder „SEO-Teamleiter“. Diese Position umfasst in der Regel hauptsächlich die fachliche und projektbezogene Leitung des SEO-Teams, nicht die disziplinarische. Letztere ist meistens Teil des Aufgabengebietes eines SEO-Abteilungsleiters bzw. „Head of SEO“, der/die dann auch Personal- und Budgetverantwortung übernimmt, in der Regel allerdings keine Prokura hat. SEO-Abteilungsleiter findet man meistens nur bei sehr großen Agenturen im Online-Marketing-Bereich.

Eine andere Entwicklungsmöglichkeit für SEO-Manager besteht darin, sich auf ein Teilgebiet des SEO wie z. B. das Linkbuilding oder die SEO-Content-Erstellung (SEO-Copywriter) zu spezialisieren: Echte Experten für z. B. Technik-SEO oder Offpage-SEO sind vor allem bei größeren Agenturen sehr gefragt.

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