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Entwicklungsstand und Ursprung

Projektmanager / Projektmanagerinnen für Internetprojekte sind auf dem Arbeitsmarkt kontinuierlich nachgefragte IT-Fachkräfte. Der Ursprung dieses Berufsbildes geht weit zurück in die Anfänge des World Wide Web Mitte der 1990er Jahre, wo Webprojekte meist noch von einer einzelnen Person geplant und umgesetzt wurden – damals nannte man diese Berufsgruppe „Webmaster“. Durch die rasante technische Weiterentwicklung des Webs und der zunehmenden Kommerzialisierung stiegen die Anforderungen an Webprojekte derart an, dass es notwendig wurde, unterschiedliche Experten wie beispielsweise Webdesigner, Webentwickler, Administratoren etc. daran zu beteiligen. Dabei wurden die Webprojekte immer komplexer und die Projektteams größer. Gleichzeitig nahmen auch die wirtschaftliche Bedeutung und das Budget zu. Um die Projekte strukturiert und innerhalb des Budgets und Zeitrahmens zum Erfolg führen zu können, wurde es notwendig, dass sich eine Person dediziert auf die Aufgaben des Projektmanagements als Koordinator und Leiter fokussiert und dabei die Hauptverantwortung für den Projekterfolg übernimmt.

Abgrenzung zu ähnlichen Berufsbildern

Der Beruf des Projektmanagers / der Projektmanagerin existierte bereits vor Beginn der Internetära: In vielen unterschiedlichen Branchen wurden und werden immer wieder komplexe Projekte geplant und durchgeführt, die einer professionellen Leitung von speziell ausgebildeten Fachkräften erfordern. Das Aufgabengebiet und Kompetenzprofil dieser vorwiegend auf Offline-Projekte fokussierten Berufsgruppe hat zwar Schnittmengen mit dem Management von Online-Projekten (Projektpläne erstellen, Budgets planen, Qualität sichern etc.), allerdings gibt es hier, beispielsweise was den Budgetrahmen betrifft, auch erhebliche Unterschiede, denn Online-Projekte sind eher selten im Millionen-Bereich angesiedelt. Da es sich oft um längerfristige Großprojekte handelt, deren Struktur und Ablauf sich meistens erheblich von den eher kurzfristig geplanten Online-Projekten unterscheidet, werden an diese Berufsgruppe andere Anforderungen gestellt als bei Projektmanagern, die auf Online-Projekte spezialisiert sind. Beispielsweise wird häufig die Zertifizierung nach PMP (“Project Management Professional“, vergeben vom Project Management Institute PMI) und Kenntnisse von ISO-Normen wie beispielsweise der ISO-Norm 21500 für Projektmanagement, der DIN Normenreihe für Projektmanagement 69901 und der Qualitätsmanagementnorm ISO 10006 gefordert. Zusätzlich auch Nachweise langjähriger Führungserfahrung und entsprechender Qualifikation. Zur Unterscheidung werden häufig Jobtitel wie beispielsweise „Projektmanager PMI/PMP“ verwendet oder mit anderen Jobtiteln wie z. B. „Prozessmanager“ oder mit Branchenangaben ergänzt.

Wenn ein Projektmanager mehrere, parallel stattfindende Projekte planen und steuern soll, wird oft auch der Zusatz „Multiprojektmanagement“ verwendet. Dies ist bei Projektmanagern, die auf Internetprojekte spezialisiert sind, eher seltener der Fall, außer es handelt sich um große, international agierende Unternehmen, bei denen an verschiedenen Standorten Großprojekte in verschiedene Teilprojekte aufgeteilt werden, aber von einem Projektmanager zentral koordiniert werden müssen.

Ein weiteres ähnliches Berufsbild ist das des Projektleiters / der Projektleiterin, welches zwar einerseits teilweise synonym für das Jobprofil des Projektmanagers verwendet wird, sich aber andererseits in vielen Fällen davon unterscheidet: So wird z.B. die leitende Funktion häufig auf das technische und/oder personell-organisatorische beschränkt – im ersteren Fall handelt es sich dann um die Funktion des technischen Projektleiters und im letzterem die des Teamleiters - manchmal auch in Kombination als technischer Projekt- und Teamleiter. Hier hat der/die Projektverantwortliche in der Regel keine unmittelbare Budget-, Ressourcen- und Personalverantwortung, sondern sorgt vor allem für den reibungslosen Ablauf des Projektes auf technischer Ebene und berichtet dabei Vorgesetzten wie beispielsweise Geschäftsführung, Abteilungsleiter und/oder Projektmanagern. Dafür sind beim technischen Team- oder -Projektleiter noch fundiertere technische Kenntnisse beispielsweise in speziellen Programmiersprachen oder Vorgehensweisen gefordert als beim Projektmanager, der hier zwar auch über Kenntnisse verfügen muss, sich aber letztlich vor allem auf die Gesamtleitung (Planung, Controlling etc.) fokussiert.

Kernaufgaben

Eine Kernaufgabe eines Projektmanagers für Internetprojekte besteht darin, komplexe Projekte wie beispielsweise den Launch oder Relaunch einer Website oder eines Onlineshops oder die Entwicklung von Webanwendungen zu begleiten und dafür zu sorgen, dass sie im Zeit- und Budgetrahmen planungsgemäß umgesetzt und erfolgreich abgeschlossen werden. In der Konzeptionsphase kommt dem Projektmanager dabei beispielsweise die wichtige Aufgabe zu, Anforderungen der Kunden bzw. Auftraggeber zu sammeln und evtl. auch eine Anforderungsanalyse durchzuführen. Diese müssen dann im Hinblick auf Umsetzbarkeit, Kosten (Aufwandsschätzung), Ressourcen etc. bewertet werden. Wenn auf dieser Grundlage dann Einigkeit über Details des Projektes besteht, erstellt der Projektmanager in Absprache mit den Ansprechpartnern und im Einklang mit den Rahmenbedingungen einen Projektplan, in dem die Reihenfolge, sowie der zeitlichen Ablauf und die Abhängigkeiten der einzelnen Projektschritte untereinander festgelegt werden.

Internetprojekte werden heute häufig nach agilen Vorgehensweisen wie z. B. Scrum oder Kanban organisiert und umgesetzt. Die Rolle des Projektmanagers ist in diesen Vorgehensmodellen meist sehr speziell festgelegt. Es gibt dabei einen Übergang zu anderen Berufsbildern wie beispielsweise dem Scrum Master und Product Owner, die vor allem dann zum Einsatz kommen, wenn ausschließlich nach einem agilen Vorgehensmodell wie beispielsweise Scrum gearbeitet wird. In diesem Umfeld gibt es das klassische Berufsbild des Projektmanagers nicht. Andererseits gibt es häufig auch Mischformen, bei denen nur spezielle Abteilungen wie z. B. Entwicklerteams intern agile Vorgehensmodelle anwenden, insgesamt aber die Projekte auch von einem vielseitigen gesamtverantwortlichen Projektmanager durchgeführt werden. Besonders in diesem Kontext muss ein Web-Projektmanager auch agile Vorgehensmodelle kennen und einbeziehen.

Eine weitere wichtige Kernaufgabe eines Projektmanagers ist auch die Risikobewertung: Er muss feststellen, welche Risiken in einzelnen Projektabschnitten bestehen, diese in ihrer Schwere gewichten und regeln, welche Maßnahmen gegebenenfalls eingeleitet werden müssen, um z. B. eine erhebliche Verzögerung oder ein Scheitern des Projektes zu verhindern. Hierbei klärt der Projektmanager auch für den Fall des Falles die Zuständigkeiten und Eskalationspfade, damit in einer evtl. Krisensituation schnell und effizient gegengesteuert werden kann.

Neben diesen beiden Hauptaufgaben kann auch die Qualitätssicherung ein Teil des Projektmanagements sein: Der Projektmanager muss mit Hilfe von systematischen Tests regelmäßig überprüfen oder von dedizierten Testern überprüfen lassen, ob die Teilanforderungen des Projektes tatsächlich erfüllt und frei von Fehlern sind. Dabei muss er Aussagen zum Status kritisch prüfen, evtl. auftretende Probleme bei der Umsetzung einzelner Anforderungen, die zu Verzögerungen führen könnten, rechtzeitig erkennen und gegensteuern.

Gebrauch

Projektmanager für Web-/Internetprojekte oder Web-Projektmanager ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Damit kann der Begriff von jeder Person legal als Berufsbezeichnung geführt werden und kommt z.B. auch häufig in Stellenanzeigen vor.

Wer den Begriff jedoch im Berufsleben (z.B. bei Bewerbungen oder Vertragsabschlüssen) verwendet, ohne über eine entsprechende Qualifikation zu verfügen, verstößt u.U. gegen bestimmte Gesetze, in Deutschland z.B. gegen das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb (UWG) im Sinne einer irreführenden Werbung. Unter bestimmten Umständen kann die Verwendung der Berufsbezeichnung „Projektmanager für Internetprojekte“ auch den Straftatbestand des Betrugs (in Deutschland gem. § 263 StGB) erfüllen, z.B. in Form von Anstellungsbetrug.

Arbeitsumfelder, Aufgabenbereiche und Tätigkeitschwerpunkte

Projektmanager für Internetprojekte haben ein vielseitiges Aufgabengebiet: von der Anforderungsanalyse, über die Bewertung der Umsetzbarkeit der Anforderungen, zur Aufwandsschätzung, Terminierung und Moderation von Projektmeetings, bis hin zur Planung und Steuerung des Projektes. Dabei ist ein Projektmanager zentrale Schnittstelle zwischen der Führungsebene und Abteilungen wie beispielsweise der Produkt-/Softwareentwicklung, dem Webdevelopment und Webdesign, der Buchhaltung, dem Controlling und Vertrieb, sowie dem Online-Marketing. Am Ende eines Projektes steht die Analyse des Projektverlaufes und der Zielerreichung, sowie eine abschließende Bilanz an. Besonderes Augenmerk liegt in dieser Phase darauf, zu analysieren, ob das Projekt plangemäß und im Zeit- und Budgetrahmen durchgeführt wurde oder es diesbezüglich Abweichungen gab, die zu Verzögerungen und/oder Budgetüberschreitungen führten. Ausfallzeiten von wichtigen Projektbeteiligten, Planungsfehler, unrealistische Aufwandsschätzungen, Fehler bei der Umsetzung (Bugs), häufige Änderungswünsche seitens der Auftraggeber (Change Requests), ineffiziente Abläufe sind nur einige der möglichen Gründe dafür. Wenn der Projektmanager die Ursachen ermittelt hat, kann er bei Bedarf mit den Beteiligten beispielsweise ein Review-Meeting durchführen und mit ihnen über Verbesserungsmöglichkeiten (Learnings) wie beispielsweise der Optimierungen von Prozessen für zukünftige Projekte diskutieren. Gleichzeitig arbeitet ein Projektmanager in dieser Phase eng mit der Buchhaltung und dem Rechnungswesen zusammen und steht für Rückfragen bezüglich gebuchter Aufwände zur Verfügung.

Projektmanager für Internetprojekte arbeiten als Angestellte, Selbstständige oder Freiberufler in oder für:

Sie sind dabei meist Teil eines Teams aus verschiedenen Fachexperten wie beispielsweise Webentwicklern, Webdesigner, Usability-Experten, Online-Marketing-Managern, Grafikern, Redakteuren und Sales Managern.

Ihre Aufgaben können sein:

Kompetenzen

Das Fähigkeitenprofil des Projektmanagers für Internetprojekte ist geprägt durch die Kombination aus planerischen, organisatorischen, technischen und kommunikativen Komponenten. Projektmanager für Internetprojekte müssen über fachliche und methodische Kompetenzen in allen genannten Tätigkeitsfeldern verfügen und hochgradig kommunikativ und teamfähig sein. Dabei müssen sie über Autorität verfügen und durchsetzungsfähig sein. Um im Arbeitsleben zu bestehen, sind noch weitere »Soft Skills« gefragt:

Voraussetzungen

Personen, die eine Ausbildung zum Projektmanager für Internetprojekte anstreben, sollten folgende Voraussetzungen mitbringen:

Bildung

In den Stellenausschreibungen wird häufig ein erfolgreich abgeschlossenes Studium in einer der folgenden Fachrichtungen verlangt: Online-Medien oder über einen IT-nahen kaufmännischen oder BWL-Abschluss. Häufig sind jedoch vor allem Praxiskenntnisse im Projektmanagement und Projekt-Erfahrung als Webdeveloper, Webdesigner etc. gefragt.

Sonstige Voraussetzungen

Kenntnisse von Content Management Systemen wie z. B. Typo3, Joomla, Wordpress, Drupal etc. sowie wenigstens Grundkenntnisse im Bereich HTML, CSS, JavaScript, Webdesign und Usability (UI/UX).

Solide Kenntnisse agiler Vorgehensmodelle z. B. nach Scrum oder Kanban sind heutzutage auch im klassischen Projektmanagement Pflicht. Entsprechende Zertifizierungen werden häufig verlangt oder sind zumindest erwünscht.

Profikenntnisse von Projektmanagementsoftware wie z. B. Jira, Confluence, Merlin, MS Projekt.

Erfahrung und Leidenschaft für das Projektmanagementgeschäft generell

Flexibilität, Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsfähigkeit sowie eine sehr gute Kommunikationsfähigkeit

Überzeugendes Auftreten, natürliche Autorität, Verhandlungs- und Präsentationssicherheit.

Englischkenntnisse

Interessenten sollten über sehr gute Englischkenntnisse verfügen und mittelschwere englische Texte verstehen können. Bei Projekten mit international zusammengesetzten Projektteams sind sehr gute Englischkenntnisse Pflicht. Weitere Sprachen können je nach Nationalität der Teammitglieder hinzukommen.

PC-Kenntnisse

Die Interessenten sollten mehrjährige Erfahrung mit PCs haben und sich mit mindestens einer grafischen Oberfläche (z.B. Microsoft Windows oder MacOS) auskennen. Dazu gehört auch der sichere Umgang mit Tastatur und Maus. Ebenso sollten sie mit Standardsoftware wie z.B. Textverarbeitung und Grafikprogrammen in sehr gut vertraut sein.

Aus- und Weiterbildung

Private Institute und diverse Bildungszentren bieten in Deutschland seit vielen Jahren Aus- und Weiterbildungen zum Content Marketing Manager z. B. in Vollzeitkursen und berufsbegleitend an. Die Dauer solcher Aus- bzw. Weiterbildungen in Vollzeit variiert allerdings je nach Curriculum sehr stark von wenigen Wochen bis hin zu mehreren Monaten.

Aus- und Weiterbildungskurse zum Content Marketing Manager werden auch als Online-Teilzeit-Fernkurse oder in berufsbegleitenden Abend- und Wochenendkursen angeboten und sind damit als Weiterbildung für berufstätige Erwachsene geeignet.

Die Webmasters Fernakademie Nürnberg bietet im Projektmanagement-Bereich eine umfangreiche Weiterbildung zum Web-Projektmanager inklusive Zertifizierung an:

Der staatlich zugelassene Fernlehrgang mit Abschluss zum „Certified Web Project Manager“ führt gründlich und auf aktuellstem Stand in sowohl die allgemeinen Grundlagen des Projektmanagements wie auch in agiles Projektmanagement nach Scrum ein.