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IT-Arbeitsmarktanalyse 2013

von Monika Beck am 16. Mai 2013, in Infos aus dem Verband

Gute Karten für gut ausgebildete Fachleute

Eins kann man sicher sagen: Für gut ausgebildete Internet-Experten sieht der Arbeitsmarkt derzeit rosig aus. In den Bereichen, in denen wir ausbilden -  Online- und Social-Media-Marketing, Web-Design und -Programmierung, Projektmanagement und Linux- bzw. Web-Administration - stieg die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um  durchschnittlich  37%, ausgehend von einem bereits hohen Niveau. Das sind erstmal gute, nein, sehr gute Nachrichten.

Kompetenzen und Trends

Wie immer haben wir die Angebote auch inhaltlich ausgewertet, weil wir wissen möchten, welche  Kompetenzfelder genau gefordert werden und wo sich vielleicht Verschiebungen abzeichnen. Die ausführliche Analyse steht als Download zur Vefügung; ich greife einige Punkte heraus:

Online-Marketing-Spezialisten gehören zu den gesuchtesten Experten. Nach den Suchmaschinen-Optimierern kommen die Adwords-Spezialisten:
Nicht nur Kenntnisse in Suchmaschinenoptimierung (SEO) werden inzwischen verstärkt nachgefragt, sondern auch Spezialisten für SEM und SEA (Search Engine Marketing bzw. Advertising). Der Bereich Online Marketing insgesamt weist eine Steigerungsrate von 56% auf.

Ähnlich robust ist der Arbeitsmarkt für Anwendungsentwickler/innen. Als Shooting Star unter den Web-spezifischen Programmiersprachen erwies sich übrigens Ruby bzw. das dazugehörige Framework Ruby on Rails: 88% bzw. 65%  häufiger wurden Rails-Kenntnisse gefordert als noch 2012. In absoluten Zahlen ausgedrückt ist Ruby gegenüber PHP oder Java weiterhin ein Nischenprodukt, allerdings eines mit Wachstumspotenzial.

Und auch Webdesigner/Innen und Admins werden deutlich häufiger gesucht als 2012 (plus 31 bzw. 24%). Also alles gut, oder?

Fachkräfte gesucht, aber wo sind sie?

Der Fachkräftemangel gehört seit Längerem zu den Lieblingsthemen der IT-Branche, v.a. kleine Unternehmen klagen, dass sie ihre Stellen nicht besetzen können.  Allerdings ist das Problem ein Stückweit hausgemacht. Wir haben in den IT-Studiengängen mehr als 50% Abbrecherquote, die billigen (weil auf fremde Kosten ausgebildeten) Fachkräfte aus dem Ausland haben keine Lust, nach Deutschland zu kommen, und die Weiterbildungsförderung durch die Agentur für Arbeit hat einen historischen Tiefstand erreicht (immer weniger Menschen werden gefördert, Weiterbildungen sollen immer kürzer und billiger werden). Sogar die staatlichen Zuschüsse (Bildungsprämie des Bundes) für selbst finanzierte Weiterbildungen wurden massiv zurückgefahren.

Auch die Unternehmen selbst - mein subjektiver und begrenzter Eindruck - überlassen die Qualifizierung von Mitarbeitern gern den anderen - den Mitarbeitern selbst, der Arbeitsagentur oder - am allerliebsten, siehe oben - indischen Universitäten.

Im Prinzip sieht der IT-Arbeitsmarkt also sehr gut aus und bietet - im Prinzip - deshalb auch Chancen für Quereinsteiger/innen und ältere Arbeitnehmer. Konkret und für den Einzelnen kann der Weg zu einer vernünftigen, tragfähigen Qualifizierung aber steinig sein. Sowohl die Politik als auch die Unternehmen selbst könnten hier ziemlich einfach gegensteuern, wenn der Wille dazu vorhanden wäre.

Genau das sehe ich aber nicht, und deshalb finde ich das Gejammer über den  - selbst verschuldeten -  "Fachkräftemangel" ziemlich unerträglich.

Kommentare (2)

von Saskia

am Montag, 10. Juni 2013, 06:18 Uhr

Dad hôrt sich ja gut an - ich bin Anwendungsentwicklerin aber immer noch ohne Job. Dieser Artikel macht Hoffnung. Danke.

von Monika Beck

am Montag, 10. Juni 2013, 09:50 Uhr

Hallo Saskia,

als Entwicklerin hast du gute Karten. Es kann natürlich von Region zu Region auch unterschiedlich sein, aber im Moment sollte es wirklich klappen mit dem Job.

Ich halte dir die Daumen!

Monika

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