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Die Social-Media-Schreiner

Monika Beck

Do, 13. Jun. 2013 14:10:00 +0200 von Monika Beck

In meinem letzten Beitrag habe ich hier das zvab vorgestellt, das eine der (eher seltenen) Facebook-Seiten betreibt, für die man sich nicht fremdschämen muss. Die Möbelmacher gehen noch einen Schritt weiter: Es gibt kaum einen Social-Media-Kanal, den sie nicht bedienen. Und wer jetzt glaubt, die Seiten wären verwaist, bitte: schaut sie euch an und erstarrt in Ehrfurcht. Die Fülle erschlägt einen schier und man fragt sich, was die Möbelmacher eigentlich tun: Möbel machen? Oder Geschichten erzählen? Es gibt Social-Media-Auftritte von Medienunternehmen, die sind dünner.

Vor allem sind die meisten Auftritte langweiliger.  Ich habe von den Möbelmachern mindestens drei Blogs gefunden, einen Facebook- und einen Twitter-Account, mehrere Video- und Foto-Channels, Pinnwände auf Pinterest -  und natürlich alles schön zusammengefasst auf rebelmouse (bei der Gelegenheit hat sich mir dann der Sinn von rebelmouse auch erschlossen, der Dienst ist noch relativ frisch und ich hatte mir das noch gar nicht so genau angesehen).

Ich habe Wandervorschläge gefunden, Kochrezepte, Einrichtungs-Ideen, Praktikumsberichte, Kino-Empfehlungen, Beiträge zum barrierefreien Einrichten, Landschaftsfotos, Messeberichte, politische Stellungnahmen (jawohl), Produktwerbung, Umweltthemen, eine krisensichere Bank, Bilder aus der Firmengeschichte, Buchrezensionen (sicher doch, warum sollten Möbelmacher keine Bücher kommentieren???) und Vieles mehr. Das Ganze macht einen leicht verwilderten Eindruck - wie diese Gärten, wo der Knoblauch aus dem Blumenbeet wächst. Es ist ausgesprochen unterhaltsam. Kopierbar ist es nicht.

Die Möbelmacher haben ein Thema jenseits ihrer Produkte und ihres Bauchnabels, es geht immer (auch) um Nachhaltigkeit und einen Bezug zur vom Baum zum TischRegion. Ach ja, und ums Essen und die schönen Dinge! Da wird schon mal der Weg vom Baum zum Tisch als Fotostrecke dokumentiert, oder die kulinarische Verwendung eines Apfels von der offenbar unternehmenseigenen Streuobstwiese. Wie  sich die Produkte des Unternehmens in dieses Thema einfügen - das macht einen guten Teil der Faszination der Möbelmacher-Geschichte(n) aus.

Dieses Thema spricht viele Menschen emotional an und eignet sich deshalb natürlich hervorragend als Grundlage für einen Social-Media-Auftritt; Unternehmen, die Schrauben verkaufen, oder Teppichreinigungen, oder Nachhilfe in Mathe, haben es vielleicht nicht ganz so leicht, spannende Geschichten zu erzählen. Aber trotzdem: keine Geschichte erzählt sich von selbst, und wie die Möbelmacher das tun – was sie machen, auf welchen Plattformen und wie die Auftritte ineinandergreifen und auf der Homepage im (eigenen!) Social Media Newsroom bzw. Social Stream zusammenlaufen – das ist schon sehr beeindruckend. Wer noch relativ neu im Thema „Social Media“ ist und sich mal einen, wirklich guten Auftritt quer über die wichtigsten Plattformen ansehen möchte, ist hier genau richtig. Wer einen Küchentisch braucht, übrigens auch.

Viel Spaß beim Lesen!

Kategorien: Gut & nützlich

Kommentare

  • herwig Danzer

    Dankeschön (knicks).

    über 5 Jahren

  • Laura

    Sehr gute Beobachtung! Und Respekt an den Sozailmedia-held der Möbelmacher..

    über 5 Jahren

  • Monika Beck

    Ja - Ehre, wem Ehre gebührt. "Kauf-bei-mir" und ein paar Fotos von der Mittagspausen-Pizza machen eben noch keinen Social-Media-Auftritt aus.

    über 5 Jahren

  • Claudia Barfuss

    Danke für den spannenden Tipp. Im Detail muss ich mir das noch am Wochenende ansehen, wenn ich etwas mehr Zeit habe.

    über 5 Jahren

  • Gustav Sucher

    Hallo, meine Frau möchte ihren Knoblauch aus dem Blumenbeet gerne in die Küche holen. Dazu möchte sie eine Art mini Garten für die Küche schreinern lassen. Das klingt nach einer Guten Idee, oder? PS: ich hab's kopiert. Danke für den humorvollen Blog Post, Monika Beck!

    4 Monaten

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